Erklärung
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
einig in dem Wunsch, mögliche Mißverständnisse und bestehendes Unverständnis über die Äußerungen des Kürtener Ehrenbürgers, Herrn Professor Karlheinz Stockhausen in Zusammenhang mit den Terroranschlägen von New York und Washington zu klären und auszuräumen, haben Herr Prof. Stockhausen und die BfB-Fraktion ein gemeinsames Gespräch gesucht.
In diesem Gespräch hat Herr Prof. Stockhausen überzeugend dargelegt, dass die von ihm in Hamburg gemachten Äußerungen von Medienvertretern aus dem verbalen Kontext eines Interviews herausgelöst und isoliert dargestellt wurden und dass dadurch sinnentstellende Interpretationen seiner Worte möglich waren. Wir haben Herrn Stockhausen bei diesem Gespräch als einen sehr empfindsamen Mitmenschen wahrgenommen, der offen und ehrlich seine große Betroffenheit über die Anschläge zeigt und der die Mordtaten in höchstem Maße verabscheut.
Der Hintergrund dafür, dass er den Anschlag auf das World Trade Center als das größte (Zerstörungs-) Kunstwerk bezeichnete, dass es je gab, liegt nach Aussage von Herrn Stockhausen einerseits darin, dass von diesem Anschlag eine ungeheure, bislang nicht da gewesene mediale Bildwirkung ausging. Zum anderen, so Herr Prof. Stockhausen, ist eine solch schreckliche und menschenverachtende Tat mit dem menschlichen Geist absolut unvereinbar, weshalb nach seiner Sicht bei diesem außergewöhnlich schandhaftem Verbrechen eine höhere Macht, hier in Form des Teufels bzw. Luzifers, im Hintergrund gewirkt haben muß.
Folgerichtig ist der Begriff Kunst damit auch nicht im humanen, dem Menschen verbundenen Sinne zu verstehen, sondern als sogenannte Kriegskunst - eine gegen den Menschen gerichtete Form von Gewalt.
Die BfB-Fraktion würde es sehr begrüßen, wenn Herr Prof. Stockhausen alle Zusammenhänge noch einmal öffentlich und vor dem Kürtener Rat und der Bürgerschaft erklären würde, so wie von uns ursprünglich beantragt. Die BfB-Fraktion kann sich andererseits der Argumentation von Herrn Professor Stockhausen nicht verschließen, dass er nach den enttäuschenden Erfahrungen von Hamburg zunächst von weiteren, von den Medien begleiteten, Gesprächsterminen absehen möchte. Wir sind mit Herrn Professor Stockhausen so verblieben, dass er die Kürtener Bürgerinnen und Bürger in anderer geeigneter Form ansprechen wird.
Die BfB-Fraktion ist nach den Ergebnissen des gemeinsamen Gespräches mit Herrn Professor Stockhausen daher erleichtert mitteilen zu können, dass für uns alle Zweifel und Mißverständnisse an der Person wie an den Äußerungen von Herrn Professor Stockhausen vollständig und abschließend ausgeräumt sind. Wir bedauern, dass auch wir solchen Mißverständnissen aufgesessen sind und die Ehrenbürgerschaft von Herrn Professor Stockhausen in Zweifel gezogen haben. Ein diesbezüglicher Antrag ist nicht länger existent.
Ihre BfB-Bürger für Bürger, UWG Kürten
gezeichnet:
Frank Biesenbach / 01.10.01